Zehn Regeln gegen Arbeitssucht PDF Drucken E-Mail

Zehn Regeln gegen Arbeitssucht

Wie kann ich verhindern, dass ich zum "Workaholic" werde? Wie kann ich übertriebenen Ehrgeiz vermeiden - und die innere Ruhe wiederentdecken? Unter der Überschrift "Vom Muss zur Muße" empfiehlt der Psychotherapeut Reinhold Ruthe sinngemäß unter anderem folgende Schritte:

Mach mal Pause!

1. Die wirklichen Stressursachen finden
Stress ist ein Symptom. Das eigentliche Übel sitzt tiefer. Man frage sich: Was genau verursacht Ärger, Zorn, Niedergeschlagenheit? Was stört den Schlaf? Was hält ab von Sport, Entspannung, gesunder Ernährung?

2. Eine Aufgabe in Ruhe erledigen
"Multi-Tasking" ist ein fragwürdiger Lebensstil, der auf Dauer das Nervensystem überfordert. Reagiere ich angemessen? Kann ich mich konzentrieren, eine Aufgabe in Ruhe zu Ende bringen?

3. Barmherzig sein
Menschen mit großen Forderungen an sich sind gewöhnt, streng mit sich umzugehen. Stattdessen: Mitgefühl für andere zeigen - und für sich selbst.

4. Einsichtig sein
Hilfe suchen, bei Freunden, Seelsorgern, Therapeuten. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Sich schwere, schmerzhafte und belastende Erlebnisse von der Seele reden. Wer erzählen kann, wird leichter mit Enttäuschungen und Lebenskrisen fertig. Der Erzähler lässt den Stress los.

5. Askese üben - Abstand wahren
Nein sagen. Auswählen, statt wahllos zu konsumieren. Terminabsprachen überprüfen. Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden. Sinnvolle Pausen einlegen. Misstrauen gegen tausendfältige Angebote der Konsumwelt.

6. Urlaub genießen
Längere Urlaube sind gut für die Gesundheit (Kurztrips dagegen können sehr stressig sein). Freizeit ist Auszeit. Keine "Last-Minute-Mentalität". Nicht gleich am ersten Urlaubstag losfahren. Ruhig planen.

7. Unperfekt sein
Perfektionismus ist eine utopische Vorstellung. Niemand ist fehlerlos. Wichtig ist der Mut zur Unvollkommenheit - und auch der Mut, Fehler zu machen.

8. Tagesrhythmus finden
Ein gut abgestimmter täglicher Wechsel zwischen Spannung und Entspannung ist wichtig für das persönliche Wohlbefinden. Hier muss jeder seinen eigenen Rhythmus finden. Guter, ausreichender Schlaf und kleinere Pausen stärken die Arbeitskraft.

9. Versöhnt sein mit sich selbst
Frieden stiften mit mir selbst. Einverstanden sein mit mir, so, wie ich geworden bin. Die aufgebrachte Seele beruhigen. Den Streit schlichten zwischen den verschiedenen Bedürfnissen, die mich hin- und herzerren.

10. Die Stille pflegen
Zur Ruhe kommen. Vorsicht vor Lärm, Hektik, Reizüberflutung. Ein bewusster Rückzug tut der Seele gut, stille Besinnung heilt; eine "Reise nach innen" bringt Kraft und neuen Elan.

(nach: Reinhold Ruthe, "Wenn's einfach nicht mehr weitergeht. Strategien gegen Stress, Arbeitssucht und Burnout", Brendow-Verlag, Moers 2003, S. 150-173)

Claudia Kracht, Stand vom 25.07.2011

 


 

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Do  31. 5. 2012
18.30 Uh
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